|
Wie alles begann und ich heute für Weight Watchers® arbeite
„Ich denke, wir werden nicht drum herum kommen – du musst dir eine Arbeit suchen“, eröffnet mir mein Mann, der damals unsere Finanzen besser im Blick hatte als
ich. Fünf heranwachsende Kinder mit Studienabsichten, Klassenfahrten und allem was dazugehört, erschütterten unser Budget nun in regelmäßigen Abständen und die Logik seiner Aussage ließ sich nicht von der
Hand weisen. „Andere Frauen arbeiten auch“, argumentierte er – und auch da hatte er natürlich recht.
Meine heile Welt allerdings geriet ganz gehörig ins Wanken. Nicht dass ich arbeitsscheu gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Aber ich verstand die Welt nicht mehr. In
meiner Situation außer Haus arbeiten zu müssen, fand ich mehr als herausfordernd.
Meine Ausbildung zur staatlich geprüften Diätassistentin hatte ich vor 20 Jahren gemacht – und mich seitdem voll und ganz der Erziehung unserer 5 Kinder und
natürlich der Gemeindearbeit gewidmet. Frauenarbeit war schon immer mein großes Faible gewesen und so war ich als Ehefrau und fünffacher Mutter, Pastorenfrau und Referentin und Organisatorin in Sachen
Frauenarbeit mehr als beschäftigt. Ich hätte mir jetzt schon eine Haushaltshilfe gewünscht, um mein Arbeitspensum zu bewältigen - stattdessen sollte ich nun obendrein noch außer Haus arbeiten gehen.
Wie
sollte ich halbtags oder gar noch länger arbeiten, ohne alle meine Aktivitäten für die Gemeinde und die Frauenarbeit zurückzufahren? Dass die Erziehung der Kinder und der Haushalt trotzdem gemanagt werden muss,
stand ja außer Frage.
Wochenlang grummelte ich vor mich. Doch es half nichts. Ich musste mir wohl oder übel ein paar konstruktive Gedanken machen, wie ich zum Unterhalt der Familie beitragen
könnte. Mich in einem Krankenhaus zu bewerben, verwarf ich sofort. Zu viel hatte sich seit meiner Ausbildung geändert.
Mein Wunsch, Frauen zu helfen, das Beste aus sich und ihrem Leben zu machen, war
jedoch ausgeprägt und ließ mich „weiterspinnen“. Ob ich beruflich Frauen mit meinen Erfahrungen und meinem Wissen helfen könnte? Sollte ich ein eigenes Programm zur Gewichtsreduktion entwickeln?
Ich
machte einen Testlauf mit meiner Freundin. Sie war gerade wieder einmal frustriert über ihre vielen Pfunde und mehr als bereit, in ihre Veränderung zu „investieren“. Wir trafen eine Vereinbarung: Sie würde
meine Vorschläge umsetzen und ich würde an ihren Erfahrungen die Praxistauglichkeit überprüfen können. Hauptregel: Es galt wiederzuentdecken, wie es sich anfühlt, Hunger zu haben. Nicht nachfüllen, wenn kein
Hunger spürbar ist. Und dann: Drei Mahlzeiten am Tag mit dem Essen, was ihr schmeckte, aber nichts zwischendurch! (Von dieser straffen Regelung bin ich inzwischen abgekommen und finde es durchaus sinnvoll,
dazwischen auch einmal ein Stück Obst oder Gemüse zu essen.) Einmal in der Woche trafen wir uns zum gemeinsamen Walking und zum Austausch. Der Erfolg: In nur 10 Wochen zeigte die Waage 18 Kilo weniger an. Meine
Freundin war begeistert und ich wagte einen nächsten Schritt:
In unserem Gemeindebrief kündigte ich den kostenlosen Probelauf einer Diätgruppe an. Einzige Bedingung war die regelmäßige Teilnahme am
wöchentlichen Treffen und der feste Wille, einige Pfunde zu verlieren. Dieses Projekt lief über 12 Wochen und die ca. 30 Teilnehmer schlossen den Testlauf mit einem „Defizit“ von insgesamt 203 Kilos ab. An
unserem letzten Abend veranstalteten wir die „große Kleiderbörse“ und manche edlen Stücke, die nun einfach nicht mehr passten, wechselten ohne Wehmut den Besitzer.
Das Projekt „Lebe leichter Kurs“ lief im Frühjahr 2003. Mein Entschluss, mich mit diesem Programm selbstständig zu machen, verstärkte sich – und ich war
inzwischen sogar dankbar für die neusten Entwicklungen. All meine Erfahrungen aus der jahrelangen Gemeinde- und –frauenarbeit kamen mir in dieser Zeit sehr zugute.
Auf der PEC in Berlin, der
Pfingsteuropakonferenz lernte ich Heike Malisic kennen. Die Ähnlichkeiten in unserer Biographie verblüfften uns beide und schon nach einer guten halben Stunde „Erstkontakt“ besprachen wir die Möglichkeit,
zusammen ein Buch zum Thema „Leichter werden“ zu schreiben.
Wie viel hat sich doch seit meinem Grummeln im Winter 2002/2003 verändert! Inzwischen habe ich mich als Ernährungs- und
Wechseljahreberaterin selbstständig gemacht, wenngleich auch nicht mit einem eigenen Programm. Doch mein Hobby „Frauenarbeit“ habe ich nun quasi zum Beruf gemacht. An vier Tagen in der Woche berate ich Menschen
mit Gewichtsproblemen – und es sind vorrangig Frauen, die mir gegenüber sitzen. Heute trage ich ganz gehörig zum Familienbudget bei und mein Mann schaut auf ein ausgeglichenes Konto.
Meine ersten
Anschaffungen waren ein eigenes Auto und ein Laptop, Dinge, die ich mir jahrelang heiß gewünscht hatte, die aber einfach nicht „drin“ gewesen waren. Ich genieße das gute Gefühl, selbst verdientes Geld auf
dem eigenen Konto zu haben. Trotz hoher Unkosten (wer von Ihnen hat auch studierende Kinder in fremden Städten?) haben wir als Familie mehr Entscheidungsfreiräume und können auch andere Menschen finanziell
unterstützen.
Neuer Hauptschwerpunkt meines Alltagslebens ist nun die Arbeit in meinen 7 Weight Watchers Treffen.Mit meinen vier Jahren Berufserfahrung kam schließlich auch die
Routine. Der Arbeitsaufwand ist zwar immens, aber mit der Zeit auch immer leichter zu bewältigen.
Trotz meiner Berufstätigkeit habe ich noch genug Zeit für die Familie. Mindestens zwei unserer Kinder
arbeiten regelmäßig mit mir und verdienen sich ein ganz schönes Taschengeld dazu. Gleichzeitig lernen sie, mit “Kunden” umzugehen, genau zu arbeiten, schnell zu rechnen und vieles Wichtiges mehr. Und wir
verbringen Zeit zusammen; sie erleben ihre Mutter in einer völlig neuen Umgebung und ich bin sicher, auch hier können wir voneinander profitieren (Ich bekomme auf jeden Fall regelmäßig “Feedback” und Sie
können sicher sein: wenn Teenager Feedback geben, dann immer ehrlich und ziemlich direkt).
Auch unsere Gemeinde sieht mich wieder öfter. Im Sonntagsgottesdienst habe ich zwar nie gefehlt, aber im praktischen Gemeindealltag habe ich meine Mitarbeit in der
Einarbeitungszeit stark zurückfahren müssen. Heute ist es wieder leichter, Termine wahrzunehmen. Nur abends, wenn die meisten Veranstaltungen im Gemeindeleben laufen, bin ich für Weight Watchers im Einsatz.
Auch heute suche ich immer weiter nach Tipps und Ideen, mein Leben zu vereinfachen. Und hoffe, irgenwann ist die Website eine Fundgrube in Sachen “Leichter leben”.
Meine eigene Abnahmegeschichte finden Sie hier Den Artikel aus der Lydia: Vom Glück, nicht meht 30 zu sein finden Sie hier
Ihre Beate Nordstrand
|