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Meine Geschichte
Frustriert stand ich vor meinem Kleiderschrank und versuchte, irgendeine Kombination zu finden, mit der
ich meine Figur wenigstens etwas verstecken konnte. Wir waren zu einer Feier eingeladen, es war Hochsommer und glühend heiß. In jedem der wenigen Sommerkleider, die ich besaß, sah ich unmöglich aus. Es blieb mir
nichts anderes übrig, als einen langen Blazer überzuziehen, und das dämpfte meine Vorfreude auf den Nachmittag erheblich. „Warum trägst Du denn bei der Hitze noch eine Jacke?“, fragte mich später tatsächlich einer
der anwesenden Gäste. „Ich habe nichts anderes“, antwortete ich ausweichend.
Der Umstand, nichts Passendes zum Anziehen zu haben, mich in meinen Kleidern einfach nicht wohl zu fühlen, weil sie so sichtbar machten, was ich verdecken wollte, verdarb
mir weit öfter die Laune, als ich mir eingestehen wollte. Ehrlich gesagt konnte ich meine mollig gewordene Figur nicht akzeptieren und die Unzufriedenheit darüber spiegelte sich in meinem Verhalten wieder. „Für fünf
Kinder bist Du doch schlank“, sagte eine Bekannte und lächelte. Aber gute neun Kilo zuviel auf der Waage hatten mein Selbstwertgefühl gehörig ins Wanken gebracht.
Ewiger Kampf um die Pfunde
Seit meiner Teenagerzeit kämpfe ich mit dem Gewicht. Als ich dreizehn Jahre alt war, rutschte ich sogar für etwa ein Jahr in die Magersucht. So dünn wie möglich zu sein,
so wenig wie möglich zu essen wurde für mich zu einer fixen Idee. Dieses Jahr war belastend für meine Eltern und auch für mich. Ich kann Gott nur danken, denn von einem auf den anderen Tag wurde mir klar, wie
schädlich und gefährlich mein Essverhalten war – und ich fing wieder an, „normal“ zu essen.
Mein Interesse an gesunder Ernährung blieb und beeinflusste sicher auch meine Berufsentscheidung. So ließ ich mich nach dem Abitur als Diätassistentin ausbilden. Doch
Traummann toppte Traumberuf. Ich lernte den Norweger Magne Nordstrand kennen und heiratete ihn mit 23 Jahren. Gertenschlank.
Traditionell wird in Norwegen beim Anschnitt des „Kranzkuchens“ zur Hochzeitsfeier die Frage gestellt, wie viele Kinder sich das Brautpaar denn wünscht. Wir tauschten
einen kurzen Blick und ich setzte mutig das Messer an – fünf! Schon ein Jahr später kam unser erstes Kind zur Welt. Mit jedem Kind gesellten sich unerwünschte Pfunde hinzu, die sich immer hartnäckiger weigerten,
ihren Platz zu räumen. Mal nahm ich es gelassener, mal wurmte es mich mächtig. Richtig zufrieden mit meiner Figur war ich nur selten.
Wieder begann ich mich eingehend mit den Grundlagen einer ausgewogenen und gesunden Ernährung für mich und meine Familie und dem passenden Gewicht zu beschäftigen. Auch
meine heranwachenden Kinder, drei von ihnen Töchter, sollten ja möglichst gute Gewohnheiten von mir lernen können. Ich erarbeitete mir einen persönlichen „Schlachtplan“, um endlich abzunehmen und mein
Wohlfühlgewicht halten zu lernen. Für mich stand fest: Ich wollte wieder in meine normale Kleidergröße passen.
Was funktioniert?
Mein Ansatz: „Alles essen, was ich möchte, aber nicht wann und auch nicht so viel wie ich will, sondern wieder lernen, wie es sich anfühlt, Hunger zu haben“. Sättigende
Mahlzeiten mit dem Essen, das mir schmeckt – aber nur einen Teller voll. Auch wenn meine Ernährung bisher recht gesund gewesen war, hatte ich mich einfach an zu große Portionen gewöhnt. Außerdem hörte ich auf,
zwischen den Mahlzeiten zu essen! Diese simple Regel ließ bei mir die Pfunde purzeln und schon wenige Monate später hatte ich mein Wunschgewicht erreicht. Mein angeschlagenes Selbstbewusstsein erholte sich. Wie aus
der Versenkung kam meine schlummernde Spontaneität zum Vorschein und ich traute mir so manche neuen Projekte zu, für die mir vorher der Mut und die Power gefehlt hatten.
Seit ich abgenommen habe, bin ich im doppelten Sinne erleichtert. Ich bin wieder viel beweglicher und schneller geworden. Und die Frage nach der richtigen Kleidung stellt
sich nur noch selten, denn alles, was im Schrank hängt, passt mir. Auch das Einkaufen macht wieder Spaß, denn ich muss meinen Modegeschmack nicht mehr dem anpassen, „was ich mir erlauben kann“.
Ich kann auch heute nicht essen „ohne nachzudenken“, sondern muss darauf achten, dass ich mich ausgewogen ernähre und mir nicht zu viele Extras erlaube, sonst nehme ich
zu. Inzwischen reagiere ich schneller bei einem Plus auf der Waage. Wenn die nämlich nach Feiertagen oder einem Urlaub ein oder zwei Kilo mehr anzeigt, beende ich den „Schlendrian“ und halte mich an die eben
genannten Vorsätze. Meine persönliche Erfahrung ist: In den Zeiten, in denen ich darauf achte, dass mein Gewicht im „grünen Bereich“ bleibt, bin ich auch in den normalen Alltagsdingen disziplinierter und
zielbewusster. Und ich muss einfach zur Kenntnis nehmen, dass ich beim Essen nicht genauso bedenkenlos „zuschlagen“ kann wie manch andere, wenn ich weiterhin schlank bleiben möchte.
Berufliche Perspektiven
Ob ich auch beruflich anderen mit meinen Erfahrungen und meinem Wissen helfen könnte?
Ich machte einen Testlauf mit meiner Freundin. Sie war gerade wieder einmal frustriert über ihre vielen Pfunde
und mehr als bereit, in ihre Veränderung zu „investieren“. Wir trafen eine Vereinbarung: Sie würde meine Vorschläge umsetzen und ich würde an ihren Erfahrungen die Praxistauglichkeit überprüfen können.
Hauptregel: Es galt wiederzuentdecken, wie es sich anfühlt, Hunger zu haben. Nicht nachfüllen, wenn kein Hunger spürbar ist. Und dann: Drei Mahlzeiten am Tag mit dem Essen, was ihr schmeckte, aber nichts
zwischendurch! (Von dieser straffen Regelung bin ich inzwischen abgekommen und finde es durchaus sinnvoll, dazwischen auch einmal ein Stück Obst oder Gemüse zu essen.)
Einmal in der Woche trafen wir uns zum
gemeinsamen Walking und zum Austausch. Der Erfolg: In nur 10 Wochen zeigte die Waage 18 Kilo weniger an.
Meine Freundin war begeistert und ich wagte einen nächsten Schritt: In unserem Gemeindebrief kündigte
ich den kostenlosen Probelauf einer Diätgruppe an. Einzige Bedingung war die regelmäßige Teilnahme am wöchentlichen Treffen und der feste Wille, einige Pfunde zu verlieren. Dieses Projekt lief über 12 Wochen und die
ca. 30 Teilnehmer schlossen den Testlauf mit einem „Defizit“ von insgesamt 203 Kilos ab. An unserem letzten Abend veranstalteten wir die „große Kleiderbörse“ und manche edlen Stücke, die nun einfach nicht mehr
passten, wechselten ohne Wehmut den Besitzer.
Während dieser Zeit lernte ich das Konzept der Weight Watchers® kennen. Einige meiner Bekannten waren damit erfolgreich schlank geworden und sehr angetan
von der klaren Struktur und der großen Flexibilität eines Programms, mit dem auch ich mich ohne Weiteres identifizieren konnte. Und da ich mich nach meiner Familienpause beruflich neu ausrichten wollte, ließ ich
mich von Weight Watchers zur Leiterin von Treffen ausbilden. Sieben Jahre habe ich für Weight Watchers gearbeitet. Im August 2010 geht meine Zeit dort zu Ende.
Mit meinen persönlichen Schwerpunkten
Motivation und klarer Ziesetzung werde ich als selbstständiger Ernährungs- und Gesundheitscoach alles tun, um Frauen zu ermutigen und meine fachliche Qualifikation sinnvoll mit meinem Herzensanliegen.
Mit
meiner persönlichen Erfahrung und meinem Wissen möchte ich Menschen helfen, ihre (ge)wichtigen Probleme nicht auf die lange Bank zu schieben. Denn jeder Monat mit weniger Ballast ist ein Gewinn nach außen und innen.
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